Google, originär mit über acht Milliarden durchsuchten Websites, einer Milliarde durchsuchten Bildern und über hundert internationalen Domains der weltweit erfolgreichste Suchmaschinenbetreiber, ist auf der Suche nach neuen strategischen Optionen. Eine davon ist die Telekommunikations-Strategie, die der Web-Gigant aus Kalifornien bereits seit Jahren im Hintergrund forciert.
Die Autoren Veit A. Siegenheim, Geschäftsführer Media & Entertainment bei der Unternehmensberatung Accenture, und Dr. Ralf Kaumanns, Senior Manager Media & Entertainment bei Accenture, beleuchten in der aktuellen Ausgabe von ‘MedienWirtschaft - Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie’ (Heft 2, ET: 25. Juni 2008), wie sich Google im Telekommunikations-Markt positioniert.
Google steht aufgrund der weiterhin stark ansteigenden Internetnutzung und der Popularität von Angeboten wie IPTV, Video-on-Demand, Online-Gaming etc. wie viele andere Wettbewerber vor dem Problem der knapper werdenden Übertragungskapazitäten. Die Netzbetreiber, die bislang einen Teil ihrer Gewinne in den Netzausbau investierten, nun aber immer mehr unter einer enormen Preiserosion im Endkundenmarkt leiden, fordern von den großen Internet-Unternehmen eine finanzielle Kostenbeteiligung. Eine ihrer Bestrebungen ist somit, die sogenannte Netzneutralität, also die diskriminierungsfreie Übermittlung von Daten, aufzuheben und dieses Ansinnen auf der politischen und regulatorischen Ebene zur Diskussion zu stellen. Eine Aufhebung der Netzneutralität würde sowohl wirtschaftliche Konsequenzen als auch qualitative Nachteile für die großen Internetanbieter mit sich bringen, vor allem weil eine Suchmaschine auf möglichst schnelle Reaktionszeiten und Datenübermittlung angewiesen ist, und zusätzliche Kosten nicht einfach an den Endkunden weitergereicht werden könnten.
Ausgehend von dieser These beschreiben die Autoren, wie die entsprechende Konterstrategie Googles aussieht. Google ist bereits auf den Ebenen Infrastruktur, Endgeräte sowie Dienst und Anwendungen aktiv geworden. So kauft das Unternehmen bislang ungenutzte Glasfaserkapazitäten (’Dark Fiber’) auf, um den Datenverkehr zwischen den eigenen Rechenzentren zu beschleunigen. Es plant zudem, sich an einem neuen Unterseekabel (Fiberglas) durch den Pazifik zu beteiligen. Darüber hinaus investierten die Kalifornier als Venture Capitalist in das Unternehmen Current Communications, das Breitband-Internetzugänge über die Stromleitung vertreibt. Und Google forciert den Ausbau alternativer Funknetze wie Wireless Local Area Networks (WLANs) oder Netze nach dem neuen WiMax-Standard. Beide seien schnell und flächendeckend zu installieren und arbeiten relativ kostengünstig, schreiben die Autoren. Um die Entwicklung im Bereich der drahtlosen Netze voranzutreiben, beteiligte sich Google bereits an kleineren, alternativen Kommunikations- und Technologieanbietern wie FON Technology, Meraki Networks, Ubiquisys sowie an einer Finanzierungsrunde des neuen WiMax-Gemeinschaftsunternehmens Clearwire. Darüber hinaus arbeitet Google intensiv an der Weiterentwicklung mobiler Endgeräte und sorgt dafür, dass GPS-basierte, lokale Produkte wie ‘Google Maps’ auf dem Apple iPhone vorinstalliert sind. Gleichzeitig beteiligte sich Google in den letzten Jahren an mehreren Unternehmen wie Android Software, Reqwireless und Skia, die mobile Anwendungen entwickeln.
Welche zukunftsfähigen Geschäftsmodelle für Google aus der - zunächst als Konterstrategie angelegten Aufstellung im Telekommunikationsmarkt - resultieren können, machen die Autoren im Folgenden deutlich. Interessenten können den kompletten Beitrag beim Verlag anfordern.
MedienWirtschaft - Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie erscheint im 5. Jahrgang (ISSN 1613-0669). Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich und beschäftigt sich inhaltlich mit aktuellen ökonomischen Fragestellungen im Kontext von Medienunternehmen, Medienmanagement, Medienökonomie und Telekommunikation. Als Zeitschrift der angewandten Forschung wollen die Herausgeber unter der Chefredaktion von Prof. Dr. Insa Sjurts, Hamburg Media School/Universität Hamburg, sowohl Leser aus der Wissenschaft als auch aus der Praxis erreichen. Die Annahme der Beiträge erfolgt nach einem beiderseitig anonymen Review-Verfahren mit jeweils zwei Gutachtern. So wird eine hohe inhaltliche Qualität und Exklusivität der Artikel gewährleistet.